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05.07.2010
Sanierung der Budapester Margaretenbrücke mit ungewöhnlicher Technik
Portalkrane für Bauarbeiten einzusetzen ist keine neue Idee. Aber auf einer Brücke – noch dazu einer leicht gekrümmten Brücke mit Steigung und nur geringer Belastbarkeit? Das war nicht nur für den ungarischen Kranbauer GD eine Herausforderung: In Ungarn ist es das erste Mal überhaupt, dass diese Krantechnologie auf einer Brücke eingesetzt wird.
Die Margaretenbrücke ist eine der 9 Donaubrücken im ungarischen Budapest: Erbaut im Jahre 1876, im zweiten Weltkrieg zerstört, 1948 wieder eröffnet und zuletzt in den 70er Jahren komplett restauriert. Die Generalsanierung der stark befahrenen Brücke war schon seit vielen Jahren überfällig und wurde im letzten Jahr in Angriff genommen.
Seit dem 21. August 2009 ist die Brücke für den Autoverkehr gesperrt. Das Besondere: Als eine der Hauptbrücken muss die Margaretenbrücke während der gesamtem Bauzeit für Straßenbahnen und Busse passierbar bleiben, was es praktisch unmöglich macht, Baumaterial per LKW auf die Baustelle zu befördern. So entstand der außergewöhnliche Plan, zwei Spezial-Portalkrane zu bauen.
Da die LKWs weder auf der Brücke noch an den Brückenköpfen parken können, liefern sie die Bauteile über den Kai an, der unterhalb der Brücke entlang des Ufers verläuft. Von hier heben die Krane über einen 5 Meter langen Ausleger die 13–14 Meter langen Stahl- und Betonteile auf die Brücke und transportieren sie, ohne Drehung, an die richtige Position. Der Stützenabstand auf der Seite des Auslegers wurde zu diesem Zweck auf 18 Meter verbreitert – ein speziell verstärkter Querträger aus einer geschweißten Gitterkonstruktion sorgt trotz des großen Abstands für die nötige Stabilität. Ein weiterer Vorteil: durch den großen Stützenabstand ist der Bereich am Brückenrand besser zugänglich, sodass hier die Bauteile für den neuen Fußgänger- und Radweg leichter montiert werden können.
Jeder der Portalkrane kann über seine 320 Meter lange Kranbahn eine Hälfte der Brücke komplett abdecken. Eine der größten Herausforderungen an die Krankonstrukteure von GD war es, die 16 Tonnen Traglast so zu verteilen, dass die Brücke den Belastungen standhält. Eine weitere Schwierigkeit: Nord- und Südseite der Brücke sind um 1° gekrümmt und haben eine Steigung von bis zu 3 %, so dass konventionelle Portalkranlaufwerke von vornherein ausschieden. Abhilfe schafften vier speziell angefertigte Fahrwerke des deutschen Krantechnik-Spezialisten STAHL CraneSystems. Jede dieser Einheiten besteht aus vier angetriebenen Rädern, die sowohl paarweise als auch gemeinsam schwenkbar sind. So erreicht man eine maximale Radlast von weniger als 5 Tonnen, was unter der Radlast der Budapester Straßenbahnen liegt. Die Gesamtleistung der 16 angetriebenen Laufräder beträgt 35 kW, so dass die Krane auch bei 16 Tonnen Nennlast, 3 % Steigung und einer Windgeschwindigkeit von 50 km/h noch sicher arbeiten können. Als Hebezeuge kommen zwei robuste Seilzüge der SH-Serie von STAHL CraneSystems zum Einsatz, die Steuerung der Krane erfolgt über Funk.
Der ungarische Kranbauer GD deckt mit 130 Mitarbeitern alle Aufgaben von der Konstruktion über die Kranfertigung bis zur Montage ab. Er gilt als der wichtigste Partner von STAHL CraneSystems auf dem ungarischen Markt. Als Hersteller von Spezialkranen und Transportlösungen setzt das ungarische Traditionsunternehmen seit vielen Jahren auf die kompetente Beratung der starken Entwicklungsabteilung von STAHL CraneSystems.
Die Portalkrane wurden im Dezember 2009 von GD montiert. Seither sind sie täglich im Einsatz: Sie heben die schweren Stahlbeton-Elemente aus der Fahrbahn und transportieren sie zur Verladestelle am Brückenkopf. Später übernehmen sie dort die neuen Fahrbahnteile und manövrieren sie wieder an die richtige Position. Die Bauarbeiten werden von einem Konsortium der Firmen Közgép, Strabag und Hídépítő unter Leitung von Közgép ausgeführt. Sie sollen Ende 2010 abgeschlossen sein.
Bildmaterial:
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Bild 1: Ungewöhnliche Konstruktion: Spezial-Portalkran mit 5m Ausleger, 18m Stützenabstand und 15m Hubhöhe. |
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Bild 2: Während der gesamten Bauphase bleibt die Margaretenbrücke für Straßenbahnen und Busse geöffnet. Im Hintergrund: das ungarische Parlament |
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Bild 3: |
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Bild 4: Blick von der Mitte der Brücke auf der Margareteninsel: Jeder der zwei Portalkrane kann auf einer 320 Meter langen Kranbahn eine Hälfte der Brücke befahren. |
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Bild 5: Während der gesamten Bauphase bleibt die Margaretenbrücke für Straßenbahnen und Busse geöffnet. |
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Bild 6: Auch für den Außeneinsatz die beste Wahl: Die robusten, wartungsarmen Seilzüge von STAHL CraneSystems. Im Rahmen der Generalsanierung werden die alten Fahrbahn-Elemente durch ein neues Fahrbahnsystem ersetzt. |
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Bild 7: Auch für den Außeneinsatz die beste Wahl: Die robusten, wartungsarmen Seilzüge von STAHL CraneSystems. Im Rahmen der Generalsanierung werden die alten Fahrbahn-Elemente durch ein neues Fahrbahnsystem ersetzt. |
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